




Kegeln (chegil, bossen, Kegelwerfen) zählt zu den beliebtesten Wettkampf-
In Europa lässt sich das Kegeln bis in die Mitte des 12.Jahrhunderts zurückverfolgen. "Nur diente es damals einem völlig anderen Zweck. Es liegt in der Natur der Sache, daß es leicht ausartet und niedere Instinkte weckt" so ein Geschichtsforscher. Die erste Erwähnung des Kegeln wurde in der Chronik der Stadt Rothenburg gefunden. Ein junger Mann aus gutem Haus, der große Summen verloren hatte, wurde 1157 von seinem Onkel zu folgendem Gelöbnis gezwungen : "...zehn Jahre lang kein Spiel, sei es Würfeln oder Kegeln oder andere Spiele, womit man seinen Mitmenschen Verluste beibringt". Bei Nichteinhaltung drohte ihm der Verweis aus der Stadt und der Einzug seines gesamten Vermögens. Der Missbrauch des Kegelns wurde auch durch ein Gedicht des Rektors Hugo von Trimberg Mitte des 13.Jahrhunderts belegt, in welchem er gegen das Kegeln zu Felde zog. Auch dem Braunschweiger Stadtrecht von 1232 kann man entnehmen, "dass derjenige ein schlechter Mensch sei, der Vagabunden und Kegelspieler mehr als eine Nacht bei sich aufnimmt".
1265 erwähnt eine Handschrift aus Xanten die sogenannten "fratres kegelorum" (Brüder
des Kegelns), eine Gilde, zu deren Beitritt die Aufnahmegebühr in Form von Naturalien
entrichtet werden musste. Die Spielregeln waren zu dieser Zeit fast völlig offen.
Anfangs wurde eine Kugel nur auf einen Gegenstand geworfen oder gerollt. Später waren
es dann 11 Gegenstände, die bereits den heutigen Kegeln ähnelten. Es fehlte auf keinem
Jahrmarkt, keinem Kirchweihfest und keiner Hochzeit. Es diente der Belustigung von
jung und alt, arm und reich. Bei soviel Eifer traten die sportlichen Ziele immer
mehr in den Hintergrund und es wurde letztlich um Gut und Geld gespielt, so dass
im Verlauf der Geschichte von Stadt-
Pikanterweise überdauerte das Kegeln die Zeit der Verbote und fand Eingang in die
Gesellschaft durch die geistliche Obrigkeit. In vielen Klöstern verkörperte der Kegel
das Böse und so hatte man wenigstens einen guten Grund, das "Heidenwerfen" (Heidentöten)
weiter zu betreiben, zumindest bis zur Zeit der Reformation. 1529 stand in der Reformationsverordnung
der Stadt Basel : "kein Kegeln an Sonn-
1786 schrieb der Berliner Arzt und Gelehrte Johann Georg Krünitz in seinem 242 bändigen Lexikon erstmals von "13 Regeln für das Kegelspiel", die unter anderem heute noch Gültigkeit haben, z.B. dass nicht übergetreten werden darf und die Kugel vor einer bestimmten Markierung aufgesetzt werden muss. Schiller und Goethe waren eifrige Anhänger des Kegelns. Eng verwandt mit dem Kegeln ist Bowling. Süddeutsche Einwanderer konnten in den USA nicht auf ihre "Lattenbahn" verzichten und führten das Spiel in Nordamerika ein. Aber auch in der neuen Welt gab es Probleme mit dem Kegeln. 1837 verbot in Hartfurt/Connecticut der Staatsgerichtshof "das Spielen auf neun Kegel". Die Begeisterung an diesem Spiel brachte die Kegler dann aber auf die Idee, durch einen 10. Kegel das Verbot zu umgehen.
Zu Beginn des 19.Jahrhunderts kam es dann zu ersten Klubgründungen mit regelmäßigem Kegeln. Zuerst war deren Anliegen, die Bedürftigen zu unterstützen, aber schon bald traten die sportlichen Ziele in den Vordergrund.



Die Kegelgeschichte
In einer Definition der Sportart Kegeln steht beim Deutschen Sportbund geschrieben,
dass das Kegeln ein Kegelspiel ist, bei dem mit einer festgelegten Anzahl von Würfen
möglichst viele Kegel umzuwerfen sind. Der Kegler bringt nach kurzem Anlauf eine
Kugel auf der Kegelbahn ins Rollen, um am anderen Ende dieser Bahn dort aufgestellten
Kegel umzustoßen.
Diese Sportart, so definiert, blickt auf über 3000 Jahre v.Chr.
alte Zeit zurück. Ägypten kann zur Zeiten der Pharaonen als erste Blütezeit des Kegelns
gelten. Unsere Germanen kegelten auf recht barbarische Weise:
Auf in den Sand gesteckte
Kadaverknochen ( es waren hier schon neun Knochen) warfen sie Steinbrocken. Als Glückspiel
wurde das Kegeln 1157 in der Rothenburger Chronik urkundlich erwähnt; es wurden unter
den Bauern Hof und Vieh verwettet.
Auch wurde zu dieser Zeit in den Deutschen Klöstern
eifrig die Kugel geschoben-
In Deutschland
gehörten auf Jahrmärkten und Schützenfesten das Kegeln mit dem Wetten zum festen
Bestandteil.
Im 18. Jahrhundert kam der allgemeine Durchbruch, als Fürstenhäuser
zur Kegelkugel griffen. Überdachte Bahnen entstanden, erbaut von Wirtsleuten, die
rasch den Zusammenhang zwischen der Kegelleidenschaft ihrer Gäste und deren "Zielwasser-
Der Deutsche Keglerbund mit Sitz in Berlin vertritt die Bundesrepublik
im Weltsportkeglerverband " Federation Internationale des Quillers" kurz FIQ in Helsinki,
der 41 Länder mit insgesamt 16 Millionen Sportkeglern aus der ganzen Welt repräsentiert.
Das Kegeln ist also ein Spiel, dessen gesellschaftliche Popularität über alle Grenzen
und Kontinente reicht. Millionen in Deutschland betreiben es regelmäßig als Freizeit
oder als Leistungssport. Es ist also ein Spiel, das als Synonym für Frohsinn und
Geselligkeit, aber auch für harten Sport gilt.
Harter Sport bedeutet, in den Klassen
der Seniorinnen und Senioren, Damen und Herren, Juniorinnen und Junioren und der
Jugend 100 Wurf Wettkampfstrecke in 40 Minuten und in den oberen Klassen bei den
Herren 200 Wurf in 80 Minuten.
Das bedeutet : unter Höchsteinsatz von Konzentration
mittels einer rhythmischen Dreischrittbewegungsablauf eine Kugel von 16 cm. Durchmesser
und 2800 bis 3000 g. Gewicht stets über bestimmte Aufsetzpunkte zu spielen Gewichtsverlust
bei 200 Wurf bis zu 3000 g Trotz allem ist das Kegeln ein Leistungssport, der bis
ins hohe Alter ausgeübt werden kann.




